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Karl Raimund Popper

Das Leben von Karl Popper

Karl Popper wurde am 28. Juli 1902 in Wien geboren und wuchs in einer gebildeten Familie auf. Schon früh interessierte er sich für Philosophie, Politik und Wissenschaft. Er studierte unter anderem Mathematik und Physik und entwickelte später eigene philosophische Ideen. Aufgrund des Nationalsozialismus und seiner jüdischen Herkunft emigrierte er 1937 nach Neuseeland, wo er als Professor arbeitete. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog er nach England und lehrte an der London School of Economics.

Besonders bekannt wurde Popper durch seine Theorie des Falsifikationismus. Sie besagt, dass wissenschaftliche Theorien nicht endgültig bewiesen werden können, sondern durch Beobachtungen und Experimente widerlegbar sein müssen. Außerdem setzte er sich für Demokratie, Freiheit und eine offene Gesellschaft ein. In seinem bekannten Werk „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“ kritisierte er politische Ideologien, die absolute Wahrheiten beanspruchen und Kritik unterdrücken. Karl Popper starb am 17. September 1994 in England.

„Wann Wissenschaft wahr ist“

-Karl Popper-

Der Philosoph Karl Popper entwickelte im 20. Jahrhundert die sogenannten Falsifikation. Dabei beschäftigte er sich mit der Frage, woran man wissenschaftliche Theorien von nicht wissenschaftlichen Behauptungen unterscheiden kann. Seine Idee war: Eine Theorie kann niemals endgültig bewiesen werden, sie muss aber durch Beobachtungen oder Experimente widerlegt werden können. Ein Beispiel dafür ist die Aussage: „Alle Schwäne sind weiß“. Sobald ein schwarzer Schwan entdeckt wird, ist diese Behauptung widerlegt und die Aussage: „Alle Schwäne sind weiß“ ungültig . Popper vertrat deshalb die Ansicht, dass Wissenschaft vor allem durch kritisches Überprüfen, das Erkennen von Fehlern und das Verbessern bestehender Theorien, einen Fortschritt macht.

Um das neu erlangte Wissen zu Vertiefen, schau dir das folgende Video an.

„Wer versucht den Himmel auf Erden zu errichten, erzeugt stets die Hölle“

– Karl Popper –

Wir alle müssen uns täglich, bewusst oder unbewusst, mit der Toleranz auseinandersetzen. Doch wie bleibt Toleranz gerecht? Wann muss die Toleranz eingeschränkt werden? Wie erkennen wir den Punkt, an dem wir Maßnahmen ergreifen müssen?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Beitrag im Folgenden.

Toleranz ist für viele Menschen heute selbstverständlich. Es gibt jedoch auch Beispiele, die zeigen, dass genau dies nicht der Fall ist. Gerade Jugendliche verbringen heute viel Zeit in den sozialen Medien. Genau dort bietet sich ein Schauplatz für das Problem im Umgang mit Intoleranten. In sozialen Medien besteht die Gefahr von Fake-News und gezielter Verbreitung von Hass gegen bestimmte Akteure (z.B. Politiker) oder bestimmte soziale Gruppen. Tritt so etwas in den sozialen Medien auf, wird oft nicht sachlich argumentiert. Stattdessen folgen Beleidigungen und Hasskommentare. Die Verfasser sind nicht dazu bereit, auf Argumente einzugehen, und verhalten sich somit intolerant.

Was zeigt dieser Umstand über unsere Gesellschaft? Kann sie gegenüber solchen Vorfällen standhalten?

Im folgenden Video wird erklärt, welche Gesellschaftsformen es laut Popper in Bezug auf Toleranz gibt.

Seht euch das Video bitte ab 5:02 Minuten bis 6:44 Minuten an.

„Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“

– Otto Wels, SPD-Vorsitzender –

Wie im Video bereits angesprochen, war Deutschland unter dem Nationalsozialismus eine geschlossene Gesellschaft, d. h., sie war intolerant gegenüber bestimmten Gruppen. Dazu zählten politische Gegner wie Demokraten, Sozialisten und Kommunisten, Anhänger des jüdischen Glaubens. Die NS-Herrschaft begann am 30. Januar 1933 mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler. In kürzester Zeit gelang es ihm, seine Gegner durch Drohungen und Verfolgungen auszuschalten. Somit konnte er Gesetze erlassen, die zur Herrschaft der Intoleranten führten. Das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 beweist, dass diese Gesellschaft eine geschlossene Gesellschaft war, denn die Meinungsfreiheit war bei der Abstimmung im Reichstag nicht mehr vorhanden. Truppen der SS (Schutzstaffel) und der SA (Sturmabteilung) waren anwesend und übten somit Druck auf die anwesenden Politiker aus. Somit wurden diese Politiker bei ihrer Entscheidung beeinflusst. Die SPD war damals die einzige Partei, die gegen das Ermächtigungsgesetz stimmte. SPD‑Vorsitzender Otto Wels beendete seine Rede mit den berühmten Worten „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“. In einer offenen Gesellschaft würde das gegen die fünf demokratischen Prinzipien verstoßen. Diese besagen, dass eine Wahl frei, gleich, geheim, unmittelbar und allgemein sein muss. In einer Demokratie herrscht Meinungsfreiheit. Das impliziert eine Vielfalt von Parteien. Auch daran lässt sich erkennen, dass Deutschland unter der Herrschaft Hitlers keine offene Gesellschaft war. Im heutigen Deutschland gibt es eine Vielzahl von Parteien. Es gibt die CDU, SPD, Linke, Grüne, AfD, FDP und das BSW. Damit wird ein breites Spektrum verschiedener Meinungen vertreten. Unter dem NS-Regime wurde beispielsweise die SPD am 22. Juni 1933 verboten. Die KPD wurde bereits davor verboten. Die NSDAP wurde zur einzig legitimen Partei, die Parteienvielfalt existierte nicht mehr. Mitglieder der Partei wurden verfolgt, verhaftet und in Konzentrationslager gesperrt. Somit wurden die Toleranten von den Intoleranten unterdrückt.

Die fünf demokratischen Prinzipien

  • frei
  • allgemein
  • gleich
  • geheim
  • unmittelbar

Muss eine tolerante Gesellschaft auch Intoleranz tolerieren, oder führt uneingeschränkte Toleranz zwangsläufig zur Selbstzerstörung der Toleranz?

Seht euch das Video bitte von 6:44 Minuten bis 9:38 Minuten an.

Wenn Kritik nicht mehr zugelassen wird, freie Meinungsäußerung untersagt wird, Menschen nicht mehr gleichwertig behandelt werden, entsteht unweigerlich eine intolerante geschlossene Gesellschaft, die Demokratie stirbt!

„Die Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“

– Immanuel Kant, Philosoph der Aufklärung –

Meinungsfreiheit schützen, Menschen als gleichwertig sehen, auf die Werte der Gesellschaft besinnen, sodass offene und demokratische Gesellschaften erhalten bleiben, ist also eine der wichtigsten Aufgabe jedes Individuums. Diese Verhaltensweisen bringen den Menschen Fortschritt. Ohne die Aufklärung, ein Beispiel für die Besinnung auf den Wert jedes Menschen, gäbe es unser heutiges Verständnis einer Demokratie nicht. Die Aufklärung sorgte beispielsweise für die Abschaffung der Ständeordnung. Dadurch hat heute jedes Mitglied einer Demokratie ein Mitspracherecht, z.B. durch Wahlen. Solche immensen Fortschritte sind nur im toleranten Miteinander einer offenen Gesellschaft möglich.

„Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

– Immanuel Kant –